Geschichte der AL! Suevia zu Augsburg

1571 entstanden die ersten Lehrgebäude in Altdorf, als die Nürnberger Patrizierschule unter dem Namen „Nürnberger Landschule“ dorthin verlegt wurde.
1579 wurde sie durch Kaiser Rudolf II. zur Akademie erhoben.
1622 wurde die Akademie Altdorf unter Kaiser Ferdinand II. zur Universität. Dort unterrichteten international renommierte Professoren, und auch die Studenten kamen aus ganz Europa. Wallen- stein studierte dort. Nicht umsonst heißt es in „Wallensteins Lager“ von Schiller: „Denn zu Altdorf im Studentenkragen trieb er´s mit Permiß zu sagen, ein wenig locker und burschikos.“
1743 wurde durch die Markgrafen von Ansbach-Bayreuth die Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen gegründet, wodurch sowohl die Bedeutung der Universität als auch die Zahl der Studenten in Altdorf immer mehr abnahm.
1809 wurde sie schließlich geschlossen. Fortan standen die Hörsäle leer.
1824 wurde in dem Gebäude ein Lehrerseminar eingerichtet, wo die Abgänger verschiedener evangelischer bayrischer Präparandenschulen in einem anfangs zwei-, später dreijährigen Studium mit umfassender Lehramtsprüfung auf ihren Schuldienst vorbereitet wurden. Die dortigen Seminaristen waren einer sehr strengen Studienordnung unterworfen, das studentische Flair, das zu Zeiten der Universität in Altdorf geherrscht hatte, wurde sehr vermisst. So hatten die angehenden Lehrer von den frühen Morgenstunden bis in den späten Nachmittag hinein Unterricht in pädagogischen Fächern, vor allem aber in Musik; sie waren in dem Seminargebäude quasi kaserniert: Es durfte nur am Wochenende und an Feiertagen verlassen werden.
1863 wurde durch mittelfränkische Seminaristen eine landsmannschaftliche Vereinigung gegründet, die heutige Landsmannschaft Onoldia.
1864 taten es ihnen unterfränkische, pfälzische und eben schwäbische Kommilitonen gleich. Bei letzterem Verein, der sich anfangs einfach „Schwabenkneipe“ nannte, geschah dies vermutlich am 14.2. Dies war ein Sonntag; schließlich durften die Seminaristen nur am Wochenende das Seminargebäude verlassen.
1866 wurde vermutlich aufgrund baulicher Maßnahmen der Seminarstandort nach Schwabach verlegt. Natürlich zogen auch die landsmannschaftlichen Kneipen mit. Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) Studentenverbindungen im Seminar nach wie vor verboten waren, hatten sie großen Erfolg. Erstmals wurde in Form eines rot-goldenen Bandes Farbe getragen.
1876 wurde das Lehrerseminar wieder nach Altdorf zurückverlegt. Der schwäbische Kneipbetrieb floriert weiter; wohl auch auf Grund enger Kooperation mit den anderen Vereinen. So wurden die Kneipen damals von einem vierstimmigen Chor begleitet. Ein 1. und 2. Präses leiteten die Zeremonie nach eigenen “Kneipgesetzen”, ein Schriftführer und ein Kassier waren für die Geschäfte der Verbindung zuständig.

1894/95, im Winterhalbjahr, wurde die Schwabenkneipe in „Suevia Altdorf“ umbenannt. Nun treten vermehrt couleurstudentische Attribute auf: Erstmals wurde mit Zirkel unterschrieben (der mit dem heutigen noch wenig Ähnlichkeit hatte), auch findet um diese Zeit erstmals ein Fuxmajor Erwähnung. Inzwischen wurde ein grün-gold-grünes Band (Absolventenfarben: weiß-violett-weiß) und die ersten Mützen getragen. Sie waren anfangs schwarz, was den Sueven den Spottnamen “Totengräber” einbrachte. Als Ziel der Verbindung definierte man die Kameradschaft auf Basis des Lebensbundprinzips, aber auch standespolitische Aspekte wie die kulturelle Höherstellung des Lehrerstandes in Form einer akademischen Ausbildung.
1904 erfolgte die Umbenennung in „Landsmannschaft Suevia“. Im selben Jahr fand der erste Festkommers der Suevia in Nördlingen statt, wo sich eine Königliche Präparandenschule befand, also eine Einrichtung, deren Absolventen in Altdorf ihre (bis dahin fachwissenschaftliche) Ausbildung auf pädagogischer Ebene fortsetzten. Diese Festkommerse in Nördlingen gewannen im Lauf der Jahre mehr und mehr an Umfang und Bekanntheitsgrad, bis sie schließlich ein gewichtiges Ereignis im Jahreskreis der Stadt wurden. Erstmals wurde dort von den Chargierten Vollwichs getragen.
1909 wurden die schwarzen Mützen abgeschafft und violette eingeführt. Dies wiederum führte zu Verwechslungen mit dem ebenfalls ortsansässigen “Club der Harmlosen”, wo ebenfalls violette Mützen üblich waren.
1911 wurden deswegen die heute noch üblichen weinroten Mützen etabliert. Aus der Zusammenlegung der Band- farben grün-gold-grün und weiß-violett-weiß entstand das heute übliche violett-gold-violette Band. Erstmals wurden auch katholische Studenten (aus dem katholischen Lehrerseminar in Lauingen) in die Landsmannschaft Suevia aufgenommen. Übrigens war es in der Suevia zu dieser Zeit (ca. 1909 - 1924) üblich, dass das Inoffizium der Kommerse und Kneipen durch Damen in Salonwichs übernommen wurden. Dabei handelte es sich um die Freundinnen der jeweiligen Chargierten
1914 – 1918: 1. Weltkrieg. Die Landsmannschaft Suevia hatte 47 (!) gefallene Aktive zu beklagen.
1919 wurde der Aktivenbetrieb wieder aufgenommen. An der „Vorbereitungsschule für den Lehrerberuf Nördlingen“ wurde die konfessionelle Bindung abgeschafft.
1922 wurde die offizielle Bezeichnung „Landsmannschaft Suevia Altdorf – Nördlingen – Lauingen“ eingeführt.
1924 wurde das Lehrerseminar Altdorf endgültig aufgelöst und – zumindest zum Großteil – nach Schwabach verlegt. Dort fand auch das 60. Stiftungsfest statt. Man pflegte enge Zusammenarbeit mit den Nürnberger Schwester- verbindungen L! Masovia und L! Onoldia sowie den anderen Lehrerverbindungen StV! Pädagogia Bamberg, StV! Päda- gogia Eichstätt und L! Rheno-Palatia Kaiserslautern.
1925 tritt die Suevia dem “Kitzinger Kartell farbetragender Lehrerverbindungen” bei, das 1922 von der L! Onoldia gegründet worden ist. Bald darauf setzte sich für diesen Dachverband der Name “Deutsches Lehrerkartell” durch, wiederum ein Jahr später, nach dem Beitritt der StV! Pädagogia Eichstätt, StV! Pädagogia Bayreuth und StV! Pädagogia Bamberg, heißt er “Ring deutscher Lehrerverbindungen”.
1934 fand das 70. Stiftungsfest statt. Kurz darauf wurden lt. Gleichschaltungsgesetz alle Verbindungen, die sich nicht in den NSDStB (Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund) zwängen lassen wollten, verboten. Auch die Suevia legte alle studentischen Attribute ab; ihre sozialen und kulturellen Institutionen (Stammtische, Chor, Orchester, Bildungstage/-wochen, Bücherei) bestanden weiterhin.
1939 – 1945: 2. Weltkrieg. Über 40 aktive Sueven kehrten nicht mehr zurück.
1954 wurde der Aktivenbetrieb durch die Alten Herren nach und nach wiedererrichtet. Gemeinsam mit L! Onoldia und L! Masovia gründet man den NSC (Nürnberger Senioren-Convent).
1958, nachdem die Suevia nach Augsburg umgezogen war, wurde sie in den MIC (Münchner Intercorporativer Convent) aufgenommen, da die damalige Pädagogische Hochschule Augsburg anfangs ein Ableger der Ludwigs-Maximilians- Universität München war.
1959, am 18.XII., erfolgte die Lizenzierung der Landsmannschaft Suevia Augsburg an der Ludwigs-Maximilians-Universität München.
1965 entschied man sich zu dem Attribut „akademisch“, um Verwechslungen mit Heimatvertriebenengruppen zu vermeiden.
1989 erfolgte die offizielle Lizenzierung an der Universität Augsburg
2001, am 18.12., wurde die Suevia ins Vereinsregister eingetragen.
|