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Was ist eine Studentenverbindung?
Studentenverbindungen (oder Korporationen) gab es eigentlich schon im Mittelalter, in der Form wie heute seit etwa 200 Jahren. Sie sind an Hochschulen bestehende Gemeinschaften zur Pflege couleurstudentischer Kultur und eines akademischen Standes- bewusstseins, aber vor allem zur Förderung von Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung. Es gibt viele unterschiedliche Arten, z. B. Katholische Verbindungen, Burschenschaften, Corps, Turnerschaften, Sängerschaften … und eben Landsmannschaften. Sie unterscheiden sich durch verschiedene Prinzipien (Etwaige konfessionelle oder politische Ausrichtung, das Tragen von Farben oder das Fechten, Aufnahme von Frauen, Schwerpunkte wie Sport oder Musik) sowie ihre jeweilige Tradition, Herkunft und Selbstauffassung. Trotz der großen Unterschiede haben aber alle Verbindungen ein paar Dinge gemeinsam:
Das Lebensbundprinzip
Jedes Mitglied, das als Student in eine Verbindung eintritt, durchläuft anfangs eine etwa zwei Semester dauernde „Ausbildung“, die so genannte Fuxenzeit. In der Fuxenzeit ist der Fuxmajor für seine Ausbildung und Betreuung zuständig. Erst wenn er diese „Probezeit“ (für beide Seiten!) durchlaufen hat, wird er – nach einer kleinen Prüfung – als vollberechtigtes Mitglied auf Lebenszeit aufgenommen. Dieses Lebensbundprinzip schafft Kommunikation und das Verständnis zwischen jung und alt sowie die gegenseitige Hilfe und Unterstützung.
Den Comment
So bezeichnet man das in Korporationen gepflegte Brauchtum, gewisse Rituale und Umgangsformen, die unter Verbindungsstudenten üblich sind. Dieser Comment ist sehr alt und manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit lernt man ihn ja kennen und weiß später oftmals seine Vorzüge zu schätzen …
Eine Gliederung in
So heißt die Gemeinschaft aller Mitglieder einer Verbindung, die noch studieren. Sie wird aufgeteilt in:
- Füxe = Mitglieder im Anwärterstatus
- Burschen = Mitglieder, die ihre Fuxenzeit bereits hinter sich haben.
Die Aufgabe der Aktiven ist die Gestaltung des Verbindungslebens und die Repräsentation der Verbindung nach außen.
Das sind Mitglieder, die das Studium bereits abgeschlossen haben, oder erst als voll ausgebildete Akademiker beigetreten sind. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der Aktiven mit Rat und Hilfe.
Das Demokratieprinzip
Eine Entscheidung wird nicht durch einzelne oder einen kleinen Kreis, sondern in einer Diskussion („Convent“) aller Mitglieder thematisiert und durch freie Abstimmung gefällt.
… und wozu?
Wie die zahlreichen anderen Studentenverbindungen in Deutschland und auf der ganzen Welt definieren wir unsere Aufgabe nicht nur in der Pflege von Traditionen und Bräuchen!
Eine Verbindung ...
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... vermittelt eigentlich fast nebenbei Persönlichkeitswerte und Schlüsselqualifikationen, die jeder Akademiker brauchen kann, welche die Ausbildung an Universität und Hochschule aber kaum bieten können: Organisationsvermögen, freie Rede, Teamfähigkeit, Führungseigenschaften, Verantwortungsbewusstsein, sachliche Argumentation, Zuverlässigkeit, gegenseitiger Respekt, Umgangsformen, Sozialkompetenz …
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... bietet durch Bekanntschaften mit Studenten und Akademikern gleicher oder ähnlicher Studiengänge und Berufe Orientierungshilfe, Gedankenaustausch und Unterstützung; durch das Kennen lernen von anderen Fachbereichen, Hochschulorten und Verbindungen erweitert sie den Erfahrungshorizont, fördert die All- gemeinbildung und bewahrt vor „Fachidiotie“.
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... schafft Geselligkeit und lebenslange Freundschaften zwischen jung und alt. Sie gibt ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft, um der Anonymität an den Massenuniversitäten entgegen zu wirken.
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... verfolgt keine politischen oder ideologischen Ziele, sondern fördert und fordert eine demokratische, weltoffene und tolerante Haltung ihrer Mitglieder.
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